Ein kurzer Überblick

Wie allgemein bekannt ist, geht der „klassische“ Ausbildungsweg über die sogenannte Vollzeitschule (zweijährige Fachschule und anschließendes Anerkennungsjahr). In der neuen Ausbildungsform PIA werden nun alle fachtheoretischen Inhalte und die beiden Praktika im Unter- und Oberkurs sowie dem Anerkennungsjahr verschmolzen, so dass am Ende der Ausbildung die Summe des Unterrichts und der berufspraktischen Ausbildung sozusagen dieselbe Endsumme ergeben wie in der klassischen Ausbildung. In der Regel verbringen die Schülerinnen drei Tage in der Woche in der Schule und zwei Tage in der Kindertageseinrichtung. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Zeiten jeweils zu „verblocken“.

Die hohen Unterrichtsstunden zeigen, dass es sich hierbei nicht um eine Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz handelt, denn dann wäre nur ein Schulbesuch von eineinhalb Tagen pro Woche vorgesehen. Bei PIA obliegt die Ausbildung der Schule, nicht dem Ausbildungsbetrieb. Der Status der Frauen und Männer in der PIA-Ausbildung ist also der einer Schülerin oder eines Schülers, nicht der einer/eines Auszubildenden. Deshalb ist der Begriff „duale Ausbildung“ in diesem Fall nicht passend.

Neu ist, dass es mit PIA bei der Ausbildung zur Erzieherin eine Ausbildungsvergütung über alle drei Jahre hinweg gibt (Stand Februar 2017):

Die Vergütung beträgt derzeit:

Schüler*innen schließen für den Beruf des Erziehers/der Erzieherin einen Anstellungsvertrag mit einem Träger über drei Jahre und erhalten ein monatliches Entgelt, welches sich innerhalb der dreijährigen Ausbildung mit jedem Ausbildungsjahr steigert. Derzeit (Stand März 2019) beträgt die Vergütung 1.140,69 € brutto im ersten Ausbildungsjahr, 1.202,07 € brutto im zweiten Ausbildungsjahr und 1.303,38 € im dritten Ausbildungsjahr. Es besteht kein Anspruch auf Schulferien, sondern auf die tariflich vorgeschriebenen 29 bis 30 Urlaubstage, die in der Ferienzeit zu nehmen sind.. Je nach den tariflichen Regelgungen unterschiedlicher Träger können sich geringe Abweichungen im Hinblick auf Bezahlung, Wochenarbeitszeit und Urlaubsanspruch ergeben.

 

Eine neue Klientel

Für wen ist die praxisintegrierte Ausbildung nun interessant? An unserer Katholischen Fachschule für Sozialpädagogik in Freiburg haben sich mehrheitlich Frauen und Männer im Alter zwischen zwanzig und über vierzig Jahren beworben, die bereits eine andere Ausbildung absolviert haben. Hier liegt ein großes Potenzial der neuen Ausbildungsform, denn der Großteil der Bewerber würde mit der klassischen Vollzeitausbildung nicht in den Beruf kommen. Mit PIA erreichen wir also mehr potenzielle Bewerber.

Unabhängig von den vorangegangenen Überlegungen und Umsetzungen bleibt festzuhalten, dass – nach heutigem Stand – die Vollzeitausbildung die primäre Ausbildungsform ist und PIA eine zusätzliche Form, die sich „friedlich“ neben der Vollzeitausbildung entwickeln kann und wohl auch wird.

 
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